Archiv für die Kategorie „Mallersdorf-Pfaffenberg“

PER ASPERA AD ASTRA (Seneca)

Samstag, 7. Mai 2011

“Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, aber dann kommt – was Seneca wohl nicht wußte – die Brotzeit.”

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Lu - Steff- Felix

Lu - Steff- Felix

 

Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben: ein Kavalier der alten Schule

Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben: ein Kavalier der alten Schule

Line - Laura - Martina - Sylv - Matthias

Line - Laura - Martina - Sylv - Nicole - Matthias

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Lu - Mary - Felix

Lu - Mary - Felix

 

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Fleißige Schüler - studenti assidui - hard-working students

Fleißige Schüler - studenti assidui - hard-working students

Line & Laura

Line & Laura

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1. Mai 2011 – Q12

Sonntag, 1. Mai 2011
Wenn die Schüler mit dem Lehrer …

Wenn die Schüler mit dem Lehrer …

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Maibaum

Maibaum der Q12

Expertenrunde

Expertenrunde

Alles im Griff!

"Wer zusieht, sieht mehr, als wer mitspielt." Wilhelm Busch

Hauruck!

Hauruck!

Schiabt's o!

Schiabt's o!

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Together for Success

Together for Success

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Zwicktsme!

Zwicktsme!

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We are the champions

We are the champions

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Unser Wolfi

Unser Wolfi

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Rohr i. NB November 2010

Rohr i. NB November 2010

Bridge over troubled water

Sonntag, 10. April 2011

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An Guadn

Des mog i!

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Sieglinde

Sieglinde

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Zierkirsche

Zierkirsche

Garfield

Garfield

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Garfield

Garfield

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Der Grillmeister

Der Grillmeister

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Ludwig Thoma, die “Lokalbahn” und Rohr i. NB

Dienstag, 8. März 2011

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Am 26. August 1921 – also vor 90 Jahren – starb der bayerische Dichter Ludwig Thoma. „Diese Kuh hat ein schönes Euter“ – wohl jeder kennt diesen Satz von Ludwig Thoma aus dem Lustspiel „Erster Klasse“. Der Einakter spielt in einem Schnellzugabteil der oberbayerischen Eisenbahn auf der Fahrt von Mitteldingharting über Oberdingharting, Hinterdingharting, Trudering zum Münchner Ostbahnhof zur Zeit der Uraufführung, also um 1910.

Thoma

Ludwig Thoma

Sallingberg

Freitag, 4. Februar 2011

Die Anfänge Sallingbergs liegen im Dunkeln. In zwei Urkunden des frühen 12. Jahrhunderts wird der Ort erstmals erwähnt. Die erste Nennung findet man in einer auf 1102/04 zu datierenden Schenkung des Grafen Bernhard von Scheyern, des Sohnes Hazigas, der Gründerin des hirsauischen Klosters Bayrischzell-Fischbachau, das 1107 auf den Petersberg bei Dachau verlegt wurde. Neben Weinbergen in Bozen und Besitz bei Bad Aibling tradiert Graf Bernhard den Benediktinern „vineas IIas apud Saligenberch“ (zwei Weinberge bei Sallingberg). Wer allerdings Weinberge verschenkt, muß sie vorher selbst angelegt oder erworben haben.

Nun ist bekannt, dass das Machtzentrum der Grafen von Scheyern, besser bekannt unter dem Namen „Wittelsbacher“, zwischen den Flüssen Ilm und Paar lag; folglich war Sallingberg Streubesitz. Die Voraussetzungen für dessen Erwerb lassen sich aber ziemlich gut nachzeichnen. Unter den Vasallen der Scheyerer Grafen des späten 11. Jahrhunderts befand sich nämlich Walchun von Offenstetten, der sich aus persönlichen oder vielleicht sogar freundschaftlichen Gründen der aufstrebenden Adelsfamilie angeschlossen hatte. Die Möglichkeit zum Erwerb ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Motiv. Offensichtlich lag den Grafen von Scheyern daran, Weingärten anzulegen und dazu bot der Sallingberger Grund die Möglichkeit. Dass die Voraussetzungen dort günstig waren, zeigt 1133 die Schenkung von vier Weinbergen des Klostergründers Adalbert an das Augustinerchorherrenstift Rohr in der nur etwa 1,5 km entfernten Siedlung Graben.

Doch zurück zu den Anfängen Sallingbergs: Der im Jahre 1960 verstorbene Ortsheimatpfleger Vino Schwertl hat in seinen “Rohrer Geschichtsblättern” schon darauf hingewiesen, daß “Sallingberg” ursprünglich einen anderen Namen hatte: …

Sallingberg

Sallingberg

Leider geben seine “Geschichtsblätter” keine Auskunft darüber, auf welche Quellen er sich dabei beruft. Vielleicht kannte er die Güterbestandsliste des Klosters Weltenburg aus dem Jahr 1128. Dort befindet sich nämlich ein Orts namens “Tollenberch”, der von den Historikern bis heute nicht eindeutig lokalisiert werden kann. Im Einkünfteverzeichnis taucht dann plötzlich “Perg” (Sallingberg) auf und “Tollenberch” taucht nicht mehr auf. Es gibt aber noch weitere Indizien, die für eine Gleichsetzung der beiden Ortsnamen sprechen. …

(Fortsetzung folgt!)

Im Triangel dreier Römerstraßen – das “Dampflgütl”

Sonntag, 9. Januar 2011

Wie wenig die sogenannten Ochsenstraße mit einem kastrierten männlichen Rind zu tun hat, wird deutlich, wenn man man nicht die heutige Aussprache zum Maß aller Dinge macht, sondern das Wort einer diachronen Sprachbetrachtung unterzieht. So wird indogermanisch /au/ wie in “Augustus” im Altsächsischen zu /ō/; und das /g/ wird im Germanischen zum /k/. Überträgt man diesen Befund auf die “Ochsenstraße”, so wird schnell deutlich, daß es sich um eine “Augustenstraße”, also um eine kaiserliche Straße handelt. Sie lief von Eining über Langquaid, Schierling, Rogging und Sünching nach Straubing und kürzte das Donauknie ab. Mit dieser Trasse ist gleichsam die nördliche Grenze des gedachten Dreiecks gezogen.
Die Straße von Regensburg nach Mainburg führt über Dünzling nach Hellring. Den Ort im Osten umgehend läuft die Trasse weiter nach Langquaid und dann in gerader Richtung durch den Sinsbucher Forst. Nachdem die Sraße den Wald verlassen hat, heißt sie bis Rohr “Hochstraß”.

(Fortsetzung folgt!)

O Tannenbaum

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Weihnachten2010

The best of all gifts around any Christmas tree:

the presence of a happy family all wrapped up in each other.

Wir wünschen all unseren Bekannten, Freunden und Verwandten ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2011, das all die Hoffnungen, die damit verbunden werden, erfüllt.

Cari amici,

per Natale incarto un sorriso, un pizzico di allegria.

Aggiungo la speranza la pace nell’anima e la gioia nel cuore.

Tolgo la disperazione e il dolore e ci metto amore.

Aggiungo un caloroso abbraccio fatto col cuore.

Ecco fatto, è pronto il mio regalo.

Ed ora… Buon Natale.

Carl Gandorfer – der Wegbereiter des bayerischen Landwirtschaftsministeriums

Freitag, 19. November 2010

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Es klingt schier unglaublich – der Agrarstaat Bayern hat erst im Jahre 1919 ein Landwirtschaftsministerium erhalten. Die Landwirtschaft stellte nämlich bis weit ins 19. Jahrhundert den wichtigsten Wirtschaftsfaktor dar, in dem der größte Teil der Bevölkerung Brot und Arbeit fand.1 Trotzdem gab es in der bayerischen Staatsverwaltung keine Instanz, die sich speziell oder gar ausschließlich mit der Agrarverwaltung beschäftigte. Die von Staats wegen angestrebte Verbesserung der Wirtschaftsstrukturen war zunächst Aufgabe des 1810 gegründeten “Landwirtschaftlichen Vereins”, der mit seinem Zentralkommitee, dem “Bayerischen Landwirtschaftsrat”, und den Gebiets- und Ortsvereinen in enger Verbindung zu den Behörden der inneren Verwaltung stand. Die temporäre Übertragung der Agrarzuständigkeit auf das Handelministerium – 1848-1871 – änderte daran nichts.

Bei der Auflösung des Handelsministeriums, das infolge der Reichsgründung im Jahre 1871 überflüssig geworden war, ging der Bereich “Landwirtschaft” wieder an das Staatsministerium des Innern zurück.² Schließlich blieb die Landwirtschaft bis zum Ende der Monarchie ein wichtiger Teil des Innenressorts, dessen Minister Max Freiherr von Freilitzsch (1881-1907), Friedrich von Brettreich (1907-1912 und 1916-1918) und Maximilian Graf von Soden-Fraunhofen (1912-1916) durch Herkunft und berufliche Tätigkeit exorbitante Fachkenntnisse wie auch starkes persönliches Interesse für diesen Zweig ihres Verwaltungsbereichs zeigten.³ Für die Königliche Regierung gab es also keine Veranlassung, ein selbständiges Landwirtschaftsministerium zu kreieren. So war es der Legislative vorbehalten,  die Errichtung des fraglichen Ressots zu fordern.

Politische Heimat der bayerischen Bauern war zunächst nahezu ausschließlich die “Patriotenpartei” bzw. das “Zentrum”. Erst als sie sich durch die Caprivischen Handelsverträge (1891-1893) regelrecht in ihrer Existenz bedroht sahen, gewann der Gedanke einer eigenen parlamentarischen Interessensvertretung an Boden. Es ist hier nicht der Ort, die Gründungsgeschichte des “Bayerischen Bauernbundes” nachzuzeichnen, doch soll erwähnt werden, daß sich unter den federführenden Politikern Johann Baptist Sigl (1839-1901) befand, der wie Carl Gandorfer aus der Großgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg stammte.4

Carl Gandorfer

Carl Gandorfer

Ohne die Gründung des Bayerischen Landwirtschaftsministerium aus den Augen verlieren zu wollen, sei es im Folgenden gestattet, kurz auf Sigl einzugehen, zumal der promovierte Jurist die “rote Revolution als die natürliche Erbin”5 des militaristischen Bismarck-Reiches vorausgesehen hatte und in deren Folge das Bayerische Landwirtschaftministerium letztlich gegründet wurde. Wohl nirgendwo wird der Geist, hinter der Art des Niederbayern aus Ascholtshausen Politik zu machen, deutlicher als in einem Redebeitrag zur Amnestierung der Haberfeldtreiber vor der Abgeordnetenkammer des Bayerischen Landtags am 29. November 1897: “Ich bin immer, wie ich es in meinem ganzen Leben gewesen bin, auf Seite derjenigen, welche des Mitleids, der Barmherzigkeit bedürfen, die unter etwas zu leiden haben, die Hilfe bedürfen. Wer meine Geschichte kennt und die Geschichte meines Blattes [Das Bayerische Vaterland], der wird sagen müssen, daß, wenn gar nichts geholfen hat, das ‘Vaterland’ und Dr. Sigl es gewesen sind, die sich um die Unterdrückten und Verfolgten angenommen haben, ohne Rücksicht auf seine Person oder seinen persönlichen Vorteil.”6

Die Wankelmütigkeit der Wählergunst  hatte den glänzenden Stilisten bereits 1893 bereits in den Reichs-, aber nicht in den Landtag berufen. Der Bauernbund konnte in Niederbayern 47,6% erzielen und vier Abgeordnete nach Berlin entsenden. Doch Sigl blieb skeptisch. Was konnten vier Bauernbündler unter 397 Reichstagsabgeordneten schon erreichen? Ihm war, als hätte ihm ein Schaf in den Magen “neig’lampelt”7 . Besonders lagen ihm die Holledauer Hopfenbauern am Herzen. Als er sich für einen Schutzzoll für das Grüne Gold stark machte, stieß er mit seinem Antrag bei den Abgeordneten auf wenig Gegenliebe.

Da ein “Canossagang” nicht gegen Sigls Prinzipien verstieß, beschloß er den Reichskanzler Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1894-1900) persönlich aufzusuchen. Nachdem zwei Interventionsversuche nichts gefruchtet hatten, verabschiedete sich der Vollblutparlamentarier eindeutig zweideutig mit den Worten: “Für die Not der Holledauer Hopfenbauern haben Euer Exzellenz nicht das geringste Verständnis, deshalb bitte ich Sie, mich …”8 In der langen Pause bekam der Reichskanzler einen hochroten Kopf, ehe das Schlitzohr aus Niederbayern fortfuhr: “… im besten Andenken zu behalten.”

Die Anekdote denunziert Sigl nicht als Polit-Clown; sie zeigt vielmehr, daß die Bauernbündler von Anfang an Individualisten – um nicht zu sagen Einzelkämpfer – waren, die ungewöhnliche Wege gehen mußten, um sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Land- und Reichstag Gehör zu verschaffen. Daß sie dabei die Mentalität ihrer (nieder-)bayerischen Heimat nicht verleugnen konnten oder wollten, hebt sie aus der Masse der Parlamentarier des Königreichs Bayern hervor und bewahrt sie bis heute vor dem Dunkel der Geschichte. Zu nennen sind hier Dr. Georg Ratzinger, ein Großonkel von Papst Benedikt XVI., Georg Eisenberger, der Gründer des Bundes Oberländer Waldbauern, und nicht zuletzt eben Carl Gandorfer aus Pfaffenberg. Diese Männer haben hinreichend bewiesen, daß Bodenständigkeit nichts mit uniformierter Bierseligkeit zu tun hat.

Nachdem 1893 auf Anhieb 9 Abgeordnete des “Bauernbundes” in den bayerischen Landtag einezogen waren, stieg die Zahl der Mandatäre bei den folgenden Wahlen stetig an: 1899 waren es 13, 1905 15 BBB-Abgeordnete, welche die Belange der Bauern in der Zweiten Kammer dezidiert vertraten. 1907 indes war der Verlust von 2 und 1912 sogar von weiteren 5 Mandaten hinzunehmen. Doch nun zu Gandorfer: Der Pfaffenberger Ökonom ist 1913 durch eine Nachwahl in die Abgeordnetenkammer des Landtags gewählt worden, da der bisherige Mandatsträger, der Straubinger Stadtpfarrprediger Jakob Wagner, wegen seiner Bestellung zum Stadtpfarrer von Amberg auf oberhirtliches Geheiß gezwungen war, seinen Sitz im Landtag niederzulegen. Mit großer Vehemenz, mit ehrlichem Wollen und vor allem charakterlicher Selbständigkeit ging der neue Abgeordnete sofort ans Werk. So opponierte er am 31. November 1913 als einziger Bauernbündler gegen die Erhöhung der Zivilliste anläßlich der Krönung Ludwigs III. (1913-1918), dessen Leidenschaft auch nach der Thronbesteigung die Landwirtschaft blieb.

Doch nicht einmal ein Jahr sollte ins Land gehen, bis der Erste Weltkrieg ausbrach. Das blutige Ringen der europäischen Mächte traf die bayerische Landwirtschaft empfindlich. Erträge und Erlöse gingen beträchtlich zurück. So fiel z. B. der Hektarertrag beim Weizen von 16,3 auf 14dz. Noch schlimmer sah es beim Kartoffelanbau aus. Hier fiel der Ertrag während des Krieges von 115 auf 84,6dz. Die Blockade der Entente schnitt nämlich das Deutsche Reich und damit auch Bayern nahezu vollständig von allen Zufuhren ab, was natürlich auch die Landwirtschaft arg in Mitleidenschaft zog, die auf Einfuhren von Düngemitteln angewiesen war. Gleichzeitig  kam die inländische Kunstdüngerfabrikation mehr oder weniger zum Erliegen. Ferner wurden Pferde requiriert und zahlreiche landwirtschaftliche Arbeitskräfte zum Militär eingezogen.

Und der vergleichsweise große Viehbestand hatte zur Folge, daß das Königreich Bayern in der Zeit der Fleisch-Zwangswirtschaft ab Juni 1916 deutlich mehr Schlachtvieh ex- als importierte. Der Ausfuhrüberschuß betrug bis Oktober 1920 allein 41459 Stück Großvieh, 51200 Schafe und Ziegen, dazu kamen über 200000 Stück Geflügel und in etwa 168000dz rohes und verarbeitetes Fleisch. Folglich bezog Gandorfer im Februar 1917 im Rahmen der sogenannten Ernährungsdebatte scharf Stellung gegen den Norden: “Unsere Lebensmittel aber gelangen, wenn sie nicht auf rechtmäßige Weise hinaufkommen, durch Schwindel hinauf, und wir herunten dürfen hungern. Ich stehe ja selbst auf dem Standpunkt, es solle Gleichheit und Einigkeit herrschen; aber die da droben sagen ganz anders, sie sagen, wir greifen zu, wo wir zugreifen können. Ich denke, wir sollen uns einmal sagen, wir müssen uns auf die Füße stellen und müssen den Rücken nach Norden kehren (Heiterkeit).” Eine prophetische Rede im Hinblick auf die Gründung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums?

1 Zum Folgenden Volkert, Wilhelm: Die Staats- und Kommunalverwaltung, in: Schmid, Alois (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte IV/2, München 22007, 74-153, hier 117f. – Die “Verspätung” wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, daß im Königreich Preußen bereits im Jahre 1848 ein Landwirtschaftsministerium geschaffen worden war.

2 Seidl, Alois/Fried Pankraz: Die Landwirtschaft, in: Schmid, Alois (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte IV/2, München 22007, 155-215, hier 163.

3 Volkert, Wilhelm: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, 262.

4 Näheres zur Gründung des “Bayerischen Bauernbundes” bei Albrecht; Dieter: Von der reichsgründung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1871-1918), in: Schmid, Alois (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte IV/1, München 22003, 319 -438, hier 350f.; siehe auch Sigl, Rupert: Dr. Sigl. Ein Leben für das Bayrische Vaterland, Rosenheim o. J., 295-299.

5 Sigl 300 (wie Anm. 4).

6 Ebd.

7 Ebd. 298. – Sigl spricht fälschlicherweise von 200 Reichstagsabgeordneten. Zu den exakten Zahlen vgl. Hohorst, Gerd/Kocka, Jürgen/Ritter, Gerhard A. (Hgg.): Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch II (Statistische Arbeitsbuch zur neueren deutschen Geschichte), München ²1978, 174.

8 Sigl 301 (wie Anm. 4).

(Fortsetzung folgt!)

Mönche und Nonnen

Samstag, 6. Februar 2010

Der Überlieferung nach gehen die benediktinischen Frauenklöster auf die hl. Scholastika, die Schwester des hl. Benedikt von Nursia, und damit auf das 6. Jahrhundert zurück. Scholastika wird in der Vita des ihres Bruders als geweihte Jungfrau erwähnt; ob sie allerdings in einem Kloster lebte, das der von ihrem Bruder verfassten Benediktinerregel folgte und damit als Benediktinerin zu bezeichnen ist, kann daraus nicht abgeleitet werden. Wie dem auch sei: Die Rezeption der Regula Bendicti in den Frauenklöstern erfolgte in einem langwierigen Prozess, der kaum nachzuzeichnen ist.1 Sicher ist jedoch, dass unter den hochmittelalterlichen Klostergründungen zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert Frauenniederlassungen „in hohem Maße untervertreten“2 waren. Gleichzeitig drängte aber eine unzählbare Menge von Frauen zum asketischen Leben, und zwar in der Form, um als Mägde den Klerikern oder Mönchen zu dienen und unter dem Gehorsam eines Priesters zu stehen. „Die religiöse Begeisterung führte also nicht bloß Frauen in Frauenklöster, sondern auch zahlreiche Frauen in Männerklöster.“3 Der Grund ist banal: Wollte sich eine Frau dem strengen asketischen Leben weihen und es war kein Frauenkloster in der Nähe, so war der Anschluss an eine Männerniederlassung der einfachste Weg, um zum Ziel zu kommen.4

Ob es im 12. und 13. Jahrhundert im Kloster Mallersdorf auch einen Frauenkonvent gab, ist umstritten. Quellen für diese Annahme sind offensichtlich die Nekrologe der Klöster Mallersdorf und Oberalteich, in denen zwar die Namen von Klosterfrauen, aber nicht von Äbtissinnen zu finden sind. Dies ist aber nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sich die bauliche, rechtliche und wirtschaftliche Verbindung eines Frauen- und eines Männerkonvents unter einer gemeinsamen einheitlichen Leitung – eines Abtes – befand. Das Phänomen als solches ist nichts Ungewöhnliches, doch waren die Doppelklöster seit dem 9. Jahrhundert im Frankenreich wieder verschwunden.5 Ein gewisser Neubeginn ist im 11. und 12. Jahrhundert festzustellen.6 So war z. B. Hirsau ein Frauenkonvent angeschlossen, der aber schon vor 1079 – also noch vor der Übernahme des Ordo Cluniacensis – nach Kentheim übersiedelte.7 Der Lieblingsgründung des Abtes Wilhelm von Hirsau, das Marienkloster in Zwiefalten, war indes ursprünglich ein Frauenkloster angeschlossen, das sich im 12. Jahrhundert zu selbstständigem Ansehen entwickelte.8 In Ottobeuren, das wie Mallersdorf von St. Georgen aus beschickt wurde, gründete der neue Abt 1104 ein Frauenkloster.9 Diese Doppelklöster entsprachen völlig der Konzeption des Salzburger Erzbischofs Konrad I. (1106-1147), Sohn eines Abensberger Grafen, von einer Erneuerung des urkirchlichen Lebensmodells, in das Männer und Frauen gleichermaßen einbezogen werden sollten.10 Die Einführung der hirsauischen Lebensordnung war teilweise nur gegen starke Widerstände der Nonnen durchzuführen. Auf dem Nonnberg in Salzburg sorgte Konrad selbst für die konsequente Befolgung der Benediktinerregel. Wenn man nun, was Mallersdorf betrifft, Georg Schwaiger folgt, war es von Anfang an Doppelkloster.11 Abt Eppo, der aus dem Reformkloster St. Georgen stammte, war dieses Phänomen nicht unbekannt, aber scheinbar nicht praktikabel. Jedenfalls gab es in St. Georgen, das 1083 gegründet worden war, nie einen Doppelkonvent.12 Dies heißt allerdings nicht, dass man das Wirken der Schwestern nicht zu schätzen wusste. Anders ließe sich die Gründung des Frauenkonvents in Amtenhausen (Bst. Konstanz) als Eigenkloster St. Georgens im Jahre 1107 nicht erklären.13 Sieht man einmal von Ottobeuren und Admont ab, so hat der St.Georgener Reformkreis zwar keine Doppelklöster, aber zahlreiche Nonnenklöster hervorgebracht, die allesamt dem Abt von St. Georgen unterstellt wurden, so z. B. Friedenweiler, Graufthal, Widersdorf, St. Johann bei Zabern, Urspring und Ramsen.14 Die meisten dieser Klöster wurde zwischen 1120 und 1130 gestiftet. Es wäre also durchaus denkbar, dass Abt Eppo die Organisationsform seines Heimatklosters – Benediktinerabtei mit räumlich getrenntem Benediktinerinnenpriorat auf das Doppelkloster Mallersdorf übertragen wollte, indem er für die Nonnen in Eitting ein Frauenkloster errichten ließ. Die Gründung eines solchen wird in der Literatur vielfach angenommen und auf das Jahr 1136 datiert.15 Verneint man die Glaubwürdigkeit der Quellen, die z. B. für das Jahr 1139 eine Vorsteherin namens Cunegundis nennen, stellt sich die Frage, warum das Doppelkloster in Mallersdorf verschwunden ist.

Wenn er aber den Frauenkonvent nicht verlegt hat, dann hat er ihn geschlossen. Das wäre aber völlig atypisch. So wurde z. B. 1132 in Biburg ein Doppelkloster gegründet, dessen Frauenkonvent bis zum Brand von 1278 bestand.16 Als weiteres Beispiel mag Kloster Ensdorf dienen. 1121 gegründet, kam im Jahre 1166 ein Nonnenkonvent dazu, der bis 1314 bestand.17 Mit anderen Worten: In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurden Doppelklöster gegründet oder bestehende Benediktinerklöster um einen Nonnenkonvent erweitert. Mallersdorf ist insofern ein Sonderfall, als der Frauenkonvent schon bestand, ehe die Hirsauer Reform Einzug hielt. Schließt man eine Verlegung nach Eitting im Sinne des St. Georgener Kreises aus, bliebe eigentlich nur noch die Möglichkeit, dass sich die Schwestern den Neuerungen verweigert haben und das Kloester verließen.18

Sollte es wirklich so gewesen sein, muss man für die reformunwilligen Schwestern Verständnis haben. Die Geschichte rechtfertigt sie. Bereits um 1150 setzte der Niedergang Hirsaus ein. „Die Hirsauer Bewegung kehrte zu Beginn des 12. Jahrhunderts teilweise auf die Ebene des vorgregorianischen Klosterrechts zurück.“19 Der Benediktinerorden scheint „müde geworden zu sein“20. Ohne Zweifel gehört er „im 13. Jahrhundert nicht mehr zu den tragenden, die neuen Aufbrüche bestimmenden Faktoren“. Auch Mallersdorf verlor zunehmend an Bedeutung, bis die Wende zum 15. Jahrhundert die bayerischen Benediktinerklöster das benediktische Mönchtum „aus den Niederungen der Desorientierung und Disziplinlosigkeit [wieder] heraushob“21 Hinter den „Gewohnheiten“ des oberpfälzischen Klosters Kastl, die 1378 kodifiziert wurden, stehen die „Consuetudines Hirsaugenses“. Die Kastler Reform griff 1394 nach Reichenbach am Regen aus und erreichte 1410 Mallersdorf. Diese überschnitt sich alsbald mit der Melker Reform, sodass „bisweilen schwer auszumachen ist, welcher Reformeinfluss vorherrschte oder nach welchen Bräuchen der Konvent lebte“22. Diese Feststellung von Karl Hausberger gilt im Bistum Regensburg vor allem für das Benediktinerkloster Mallersdorf, das von 1413 bis 1419 einen Abt hatte, der sich der Kastler Reform verpflichtet wusste. 1451 wurde der Konvent von Melker Mönchen visitiert23 und 1464 wurde dann gegen den Willen des Konvents ein Reichenbacher – sprich Kastler – Professe zum Abt eingesetzt, der aber offensichtlich keine gedeihliche Wirkung zu entfalten vermochte und nach elf Jahren resignierte.24

1Faust, Ulrich: Benediktiner, Benediktinerinnen, in: Schwaiger, Georg (Hg.): Mönchtum, Orden, Klöster. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (=bs1554), München 2003, 84-111, hier 107.

2Gilomen-Schenkel, Elsanne: Engelberg, Interlaken und andere autonome Doppelklöster im Südwesten des Reiches (11.-13. Jh.). Zur Quellenproblematik und zur histographischen Tradition, in: Elm, Kaspar/Parisse, Michel (Hgg.): Doppelklöster und andere Formen der Symbiose männlicher und weiblicher Religiosen im Mittelalter (Berliner Historische Studien 18), Berlin 1992, 115-133, hier 116.

3Hilpisch, Stephanus: Die Doppelklöster. Entstehung und Organisation (=Beiträge zur Geschichte des Alten Mönchtums und des Benediktinerordens 15), Münster 1928, 61.

4Ebd. 62.

5Ebd. 59.

6Schwaiger, Doppelklöster 177 (wie Anm. 1).

7Jakobs, Hermann: Die Hirsauer. Ihre Ausbreitung und Rechtsstellung im Zeitalter des Investiturstreites (=Kölner historische Abhandlungen 4), Köln 1961, 36

8Ebd. 43

9Vgl. ebd 58f.

10Weinfurter, Stefan: Die kirchliche Ordnung in der Kirchenprovinz Salzburg und im Bistum Augsburg 1046-1215, in: Brandmüller, Walter (Hg.): Handbuch der bayerischen Kirchengeschichte 1,1, St. Ottilien1998, 271-328, hier 313.

11Schwaiger, Georg: Die Benediktiner im Bistum Regensburg, in: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 12, 7-60, hier 21.

12Vgl. Jakobs 41 (wie Anm. 7).

13Vgl. ebd. 59.

14Näheres ebd. 59-62.

15Ebd 62; Schwaiger, Benediktiner 21 (wie Anm. 11).

16Schwaiger, Benediktiner 24 (wie Anm. 11).

17Jakobs 69 (wie Anm. 7).

18Zu den Motiven vgl, Hilpisch 65f. (wie Anm. 3).

19Ebd 145.

20Schwaiger, Benediktiner (wie Anm. 11) 28.

21Glaser, Hubert: Die kirchlich-religiöse Entwicklung, in: Spindler, Max (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte II, München 21988, 666-701, hier 680.

22Hausberger, Karl: Geschichte des Bistums Regensburg I, Regensburg 1989, 230f.

23Faust, Ulrich: Die Prälatenorden im Spätmittelalter, in: Brandmüller, Walter (Hg.): Handbuch der bayerischen Kirchengeschichte 1,2, St. Ottilien 1998, 535-555, hier 546.

24Hausberger 230 (wie Anm. 21).